Potsdamer Schlössernacht-Erfahrungen

-Der langsame Weg zu den langen Wegen bei den „Potsdamer Schlössernächten“-

Ein Besuch am Samstag

Wie erfolgreich die diesjährigen Schlössernächte waren, konnte man bereits bei der Anfahrt und der damit verbundenen Parkplatzsuche erfahren. En passant mit 5 Personen im Auto fuhren wir zwar nicht klimaneutral, aber immerhin klimabewusster.

Der erste Eindruck täuschte nicht. Die Menschenmenge, die sich schon lange vor der Eröffnung Richtung des Einganges schob war ein untrügliches Zeichen dafür, dass diese Schlössernächte ein echter Besuchermagnet geworden sind und auch in diesem Jahr waren.

Abgestimmt auf das Motto „Una Notte Italiana“ (Eine italienische Nacht) wurden italienische Traditionen hervorgehoben. Damit stellte man einen Bezug her, zu den italienischen Anmutungen, die sich nicht nur im Stadtbild, sondern ebenso in den Parkanlagen und Schlösser Potsdams wiederfinden. Zu verdanken hat dies Potsdam den beiden Herrschern Friedrich II und Friedrich Wilhelm IV, die sich von der italienischen Kunst ins besonders der Baukunst inspirieren ließen. Sie sorgten dafür, dass Ihre Paläste mit entsprechender barocker Bildhauer- und Gemäldekunst ausgestattet wurden.

Dieser italienische Schwerpunkt wurde in den Schlösser Eventnächten sehr gut inszeniert. Das sah man in allen Programmpunkten des vielfältigen Angebots, das aus Theater, Kleinkunst, Kammermusik und Lesungen mit der dazugehörenden Gastronomie bestand.

Höhepunkte neben den Lesungen war die Feuer- und Lichtinszenierung, dabei wurden Gebäude, Skulpturen und Landschaft kunstvoll erleuchtet und inszeniert.

Einbezogen war auch das Schloss Charlottenhof, die Römischen Bäder und der Nordische Garten. Darsteller in Kostümen mischten sich unter die Besucher. An den römischen Bädern sang ein Gondoliere – voller Italien-Sehnsucht.

Ein großes Manko waren die zur Verfügung stehenden Toiletten. Leider gab es keine ausreichenden Möglichkeiten für seine Notdurft auf dem Gelände. Erschwert wurde die Suche nach geeigneten Möglichkeiten durch die schlechte Ausschilderung der Wege zur nächsten Toilette. Hatte man dann endlich sein Bedürfnisziel erreicht, fand man lange Menschenschlangen davor. Ein Wunsch von einem Ortsunkundigen für die Zukunft: Bitte auch eine Entfernungsangabe hinzufügen und die Kontrolle über den Zustand der sowieso nicht sehr gemütlichen Dixiehäuschen erweitern.

Am Ende des Tages, für uns waren dies 5 Stunden, waren wir völlig entkräftet. Die Schrittzähler zeigten über 11 km Laufstrecke und das spürten wir, da wir kaum Sitzmöglichkeiten zum Ausruhen fanden. Die Schlangen an Gastronomieständen und die Wartezeiten hielten sich zwar noch im Rahmen aber ohne Abstell- oder Sitzmöglichkeit wird der Verzehr etwas anstrengend. Eine Ausnahme gab es allerdings zu Beginn zwischen 17.00 und 18.00 und um 22.00 wo alles entspannter zuging.